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Dachdecker werden: Komplett-Guide 2026

12.03.2026 15 mal gelesen 0 Kommentare
  • Informiere dich über die erforderlichen Ausbildungen und Zertifikate, um Dachdecker zu werden.
  • Erwerbe praktische Erfahrungen durch Praktika oder Lehrstellen bei erfahrenen Dachdeckern.
  • Halte dich über die neuesten Techniken und Materialien in der Dachsanierung auf dem Laufenden.
Das Dachdeckerhandwerk zählt zu den ältesten und gleichzeitig gefragtesten Berufen im Baugewerbe – mit einer Ausbildungsvergütung zwischen 620 und 900 Euro im ersten Lehrjahr und einem Gesellenlohn von durchschnittlich 18 bis 22 Euro pro Stunde bietet er solide wirtschaftliche Perspektiven. Wer den Beruf ergreift, arbeitet nicht nur mit klassischen Materialien wie Dachziegeln, Schiefer und Bitumen, sondern zunehmend auch mit Photovoltaikanlagen, Gründächern und modernen Dämmsystemen – Bereiche, die den Fachkräftebedarf in den kommenden Jahren weiter anheizen werden. Die dreijährige duale Ausbildung teilt sich dabei in zwei Fachrichtungen: Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik sowie Reetdachdecker. Handwerkliches Geschick, Schwindelfreiheit und körperliche Ausdauer sind keine Klischees, sondern tatsächliche Grundvoraussetzungen für einen Beruf, der täglich auf Dachneigungen von bis zu 75 Grad und in Höhen von zehn Metern und mehr stattfindet. Die Nachfrage nach qualifizierten Dachdeckern übersteigt das Angebot seit Jahren deutlich – wer den Einstieg richtig plant, findet einen krisenresistenten Beruf mit klaren Aufstiegspfaden vom Vorarbeiter bis zum selbstständigen

Ausbildungswege zum Dachdecker: Klassische Lehre, Umschulung und Quereinstieg im Vergleich

Wer Dachdecker werden möchte, hat heute mehr Optionen als je zuvor – und das ist keine leere Phrase, sondern eine direkte Reaktion auf den massiven Fachkräftemangel im Dachdeckerhandwerk. Allein in Deutschland fehlen nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) mehrere tausend ausgebildete Fachkräfte. Das eröffnet reale Chancen für Menschen mit unterschiedlichsten Ausgangssituationen, vom Schulabgänger bis zum 45-jährigen Berufswechsler.

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Die klassische Berufsausbildung: Fundament und erste Wahl

Die duale Berufsausbildung zum Dachdecker dauert drei Jahre und kombiniert Betriebspraxis mit Berufsschulunterricht. Wer die vollständigen Voraussetzungen für die Dachdecker-Ausbildung und die daraus resultierenden Karriereperspektiven kennt, trifft eine deutlich fundiertere Entscheidung. Formal reicht ein Hauptschulabschluss, aber in der Praxis bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss – vor allem wegen der physikalischen und technischen Inhalte im Berufsschulunterricht. Die Ausbildungsvergütung liegt tariflich im ersten Lehrjahr bei rund 585 Euro monatlich im Westen, steigt aber bis zum dritten Lehrjahr auf etwa 770 Euro. Wer direkt nach der Schule startet, profitiert vom strukturierten Lernaufbau: Von der einfachen Dacheindeckung über Abdichtungstechniken bis hin zu Wärmedämmung und Solartechnik wird ein vollständiges Handwerker-Fundament gelegt.

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Innerhalb der Ausbildung gibt es zwei Fachrichtungen: Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik sowie Reet- und Schindelbauweise. Die erste Variante ist mit Abstand die häufigere und marktrelevantere Wahl, da sie alle modernen Dämmstandards und Flachdachtechniken abdeckt.

Umschulung und Quereinstieg: Realistische Wege für Berufswechsler

Für Erwachsene, die aus einem anderen Beruf kommen, sind Umschulung und Quereinstieg keine Notlösung, sondern etablierte Wege mit eigenen Vorteilen. Eine geförderte Umschulung über die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter dauert in der Regel zwei Jahre und endet mit einer vollwertigen Gesellenprüfung. Wer sich über Kosten, Zeitrahmen und realistische Perspektiven einer Dachdecker-Umschulung informiert, vermeidet häufige Fehlkalkulationen bei der Finanzplanung. Förderprogramme wie das Qualifizierungschancengesetz oder der Bildungsgutschein decken dabei oft die vollständigen Lehrgangskosten ab.

Der direkte Quereinstieg ohne formale Umschulung ist ebenfalls möglich, besonders bei Betrieben mit akutem Personalmangel. Handwerkliche Vorkenntnisse – etwa aus dem Zimmerer-, Klempner- oder Bauhauptgewerbe – werden dabei angerechnet. Wer so einsteigt, sollte von Beginn an klären, wie der Betrieb die Weiterqualifizierung zum Gesellenabschluss unterstützt, denn ohne Zertifikat sind Karriere- und Gehaltsgrenzen schnell erreicht. Dass das Gehalt als Dachdecker-Quereinsteiger deutlich stärker von Zusatzqualifikationen und regionalen Tarifverträgen abhängt als bei klassisch Ausgebildeten, zeigt die Praxis vieler Betriebe im Süden und Westen Deutschlands.

  • Klassische Lehre: 3 Jahre, vollständiges Qualifikationsprofil, ideal für unter 25-Jährige
  • Umschulung: 2 Jahre, oft staatlich gefördert, anerkannter Gesellenabschluss
  • Quereinstieg: sofortiger Berufseinstieg, aber langfristig ohne Abschluss mit Gehaltslimit

Welcher Weg der richtige ist, hängt maßgeblich von Lebensalter, finanziellen Rahmenbedingungen und dem eigenen Karriereziel ab. Ein 19-Jähriger fährt mit der klassischen Lehre am besten. Ein 38-Jähriger mit Familie und laufenden Kosten sollte hingegen zuerst prüfen, welche Förderoptionen eine Umschulung finanzierbar machen.

Voraussetzungen und Eignungscheck: Was Bewerber wirklich mitbringen müssen

Viele angehende Dachdecker unterschätzen, wie breit das Anforderungsprofil des Berufs tatsächlich ist. Wer glaubt, mit einem Hauptschulabschluss und zwei gesunden Händen sei alles erledigt, erlebt in den ersten Ausbildungswochen oft eine Überraschung. Der Beruf kombiniert körperliche Belastbarkeit, handwerkliches Geschick und ein solides technisches Verständnis – in dieser Reihenfolge, aber keiner dieser Punkte ist verzichtbar.

Formale Anforderungen: Was der Betrieb erwartet

Ein Hauptschulabschluss ist die offizielle Mindestvorgabe für den Einstieg in die Dachdeckerausbildung. In der Praxis zeigt sich jedoch: Rund 40 Prozent der Neuauszubildenden im Dachdeckerhandwerk bringen mittlerweile einen Realschulabschluss mit – ein Trend, der sich in den letzten zehn Jahren deutlich verstärkt hat. Grundkenntnisse in Mathematik sind kein Nice-to-have, sondern Arbeitsalltag: Dachflächen berechnen, Materialmengen kalkulieren, Neigungswinkel bestimmen – das passiert täglich auf der Baustelle. Wer die konkreten Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungstipps für die Ausbildung kennt, ist klar im Vorteil.

Schulnoten allein entscheiden selten über eine Zusage. Viele Betriebe legen beim Vorstellungsgespräch mehr Wert auf ein Praktikum oder einen Schnuppertag als auf den Notendurchschnitt. Wer zwei Wochen auf dem Dach dabei war, weiß, ob er mit Höhen umgehen kann – und der Betrieb weiß, ob der Bewerber anpackt.

Körperliche und persönliche Eignungsmerkmale

Schwindelfrei zu sein ist keine Selbstverständlichkeit und keine reine Kopfsache. Höhentauglichkeit lässt sich trainieren, aber eine ausgeprägte Höhenangst ist ein ernstes Ausschlusskriterium – Arbeiten auf Firsthöhen von 8 bis 12 Metern bei Wind und wechselnden Untergründen gehören zum Standardprogramm. Hinzu kommt die physische Belastung: Ein durchschnittlicher Dachziegel wiegt 4,5 Kilogramm, Pakete mit Dachlatten werden in der Regel von zwei Personen auf das Gerüst gehoben. Ein guter allgemeiner Gesundheitszustand, Rückengesundheit und Gelenkstabilität sind deshalb keine Formalitäten, sondern Grundvoraussetzungen für eine lange Berufskarriere.

Unterschätzt wird regelmäßig die Bedeutung von Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit. Auf einem Dach arbeitet niemand allein – und ein unzuverlässiger Kollege gefährdet buchstäblich andere. Betriebe berichten, dass Azubis, die pünktlich erscheinen, Absprachen einhalten und offen kommunizieren, Anlernzeiten um 20 bis 30 Prozent schneller durchlaufen als solche mit guten Noten, aber schwacher Arbeitshaltung.

Besonders zukunftsorientierte Bewerber sollten außerdem bedenken: das Dachdeckerhandwerk bietet gerade jungen Menschen außergewöhnlich stabile Karriereperspektiven, weil der Digitalisierungsdruck auf die Branche verglichen mit Büroberufen deutlich geringer ist und Fachkräftemangel echte Aufstiegschancen schafft.

  • Schwindel- und höhentauglich – unbedingt vor Bewerbung selbst testen
  • Körperliche Fitness – besonders Rücken, Knie und Schultergelenke belasten
  • Grundkenntnisse in Mathematik – Geometrie und Flächenberechnung im Alltag präsent
  • Handwerkliches Grundverständnis – Praktika oder Hobbyprojekte als Nachweis
  • Teamorientierung und Verlässlichkeit – wichtiger als Schulzeugnis
  • Wetterresistenz – Arbeit findet bei Kälte, Hitze und Wind statt, nicht nur bei Sonnenschein

Wer diese Punkte ehrlich an sich selbst prüft, trifft eine fundierte Entscheidung – und startet die Ausbildung mit realistischen Erwartungen statt bösen Überraschungen nach dem ersten Wintertag auf dem Gerüst.

Vor- und Nachteile einer Karriere als Dachdecker

Vorteile Nachteile
Sichere wirtschaftliche Perspektiven und stetige Nachfrage. Körperlich anstrengende Arbeit und Arbeiten in großen Höhen.
Attraktive Ausbildungsvergütung zwischen 620 und 900 Euro im ersten Jahr. Wetterabhängige Arbeitsbedingungen, die im Freien stattfinden.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten mit modernsten Materialien und Techniken. Erforderliche körperliche Fitness und Schwindelfreiheit.
Gute Aufstiegschancen bis hin zum Meister- oder Betriebsleiter. Ausbildungszeiten und Schulungen können zeitaufwendig sein.
Ständige Weiterbildungsmöglichkeiten in Spezialbereichen. Hohe Verantwortung bei der Arbeitssicherheit.

Ausbildungsvergütung und Gehaltsentwicklung vom ersten Lehrjahr bis zum Fachbetrieb

Wer eine Ausbildung zum Dachdecker beginnt, startet finanziell bescheiden – das ist kein Geheimnis. Doch die Gehaltskurve zieht nach dem Abschluss deutlich an, und wer den Weg zum Meister oder Polier geht, verdient am Ende überdurchschnittlich gut im Handwerk. Entscheidend ist, dass man die einzelnen Stufen kennt und strategisch nutzt.

Ausbildungsvergütung: Was das Dachdeckerhandwerk zahlt

Die tariflichen Mindestausbildungsvergütungen im Dachdeckerhandwerk sind seit den letzten Tarifabschlüssen spürbar gestiegen. Im ersten Lehrjahr werden aktuell rund 620 bis 700 Euro brutto monatlich gezahlt, im zweiten Lehrjahr steigt der Betrag auf etwa 730 bis 800 Euro, und im dritten Lehrjahr bewegt man sich in der Regel zwischen 850 und 950 Euro. Gut aufgestellte Betriebe in Ballungsräumen zahlen teilweise deutlich mehr, um Nachwuchs zu gewinnen. Wer genau wissen möchte, was monatlich netto übrig bleibt und welche Zulagen hinzukommen können, sollte die regionalen Tarifverträge des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks kennen – die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich.

Zusätzlich zur Grundvergütung profitieren Auszubildende von branchenspezifischen Leistungen: Fahrtkostenzuschüsse, Werkzeugzulagen und in vielen Betrieben auch ein 13. Monatsgehalt sind in Tarifverträgen verankert. Wer Überstunden auf Baustellen ableistet, bekommt diese separat vergütet – das kann die monatliche Gesamtsumme bereits in der Ausbildung merklich verbessern.

Gehaltsentwicklung nach der Ausbildung: Geselle, Vorarbeiter, Meister

Als frisch ausgelernte Dachdeckergesellin oder -geselle startet man tariflich bei etwa 2.400 bis 2.800 Euro brutto monatlich, je nach Region und Betriebsgröße. Mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung und nachgewiesener Fachkenntnis sind 3.000 bis 3.400 Euro realistisch. Wer die Funktion des Vorarbeiters übernimmt – also Verantwortung für eine kleine Kolonnen trägt – kann bereits 3.500 Euro und mehr erzielen. Die Bauzulagen für Arbeiten in großer Höhe oder bei extremen Witterungsbedingungen sind dabei noch nicht eingerechnet.

Der größte Gehaltssprung kommt mit dem Meistertitel. Ein Dachdeckermeister in einem mittleren Betrieb verdient häufig zwischen 4.000 und 5.500 Euro brutto, in leitenden Positionen oder als selbstständiger Inhaber eines Fachbetriebs deutlich mehr. Selbstständige Dachdeckermeister mit gut ausgelastetem Betrieb und fünf bis zehn Mitarbeitern berichten von Jahresgewinnen, die einem Angestelltengehalt von 70.000 Euro und darüber entsprechen können – abhängig von Spezialisierung und Auftragsvolumen.

Besonders interessant ist das Potenzial für Quereinsteiger, die handwerkliche Vorerfahrung mitbringen. Sie durchlaufen oft verkürzte Qualifizierungswege und erreichen Gesellenlöhne schneller als klassische Auszubildende. Was diese Gruppe konkret verdienen kann und welche Einstufungen tariflich möglich sind, zeigt sich deutlich, wenn man sich mit dem Verdienstpotenzial für Seiteneinsteiger im Dachdeckerhandwerk auseinandersetzt.

  • 1. Lehrjahr: ca. 620–700 € brutto/Monat
  • Gesellenjahr 1–2: ca. 2.400–2.800 € brutto/Monat
  • Vorarbeiter: ab 3.500 € brutto/Monat
  • Meister/Betriebsleiter: 4.000–5.500 € brutto/Monat und mehr

Wer die Gehaltsentwicklung aktiv steuern will, sollte früh auf Spezialisierungen setzen – etwa Abdichtungstechnik, Photovoltaik-Montage oder Dachbegrünung. Diese Zusatzqualifikationen werden von Betrieben gezielt gesucht und entsprechend vergütet.

Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung: Lernorte, Lehrpläne und regionale Unterschiede

Die Dachdecker-Ausbildung verteilt sich auf drei Lernorte: Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte. Wer die handwerklichen und theoretischen Anforderungen der Ausbildung unterschätzt, wird spätestens im ersten Berufsschulblock überrascht. Der schulische Teil ist anspruchsvoller als viele Einsteiger erwarten – Baukunde, Mathematik, Statik und Betriebswirtschaft sind feste Bestandteile.

Berufsschule: Blockunterricht statt Wochentag

Die meisten Dachdecker-Azubis werden im Blocksystem unterrichtet – das bedeutet mehrwöchige Lernphasen in der Berufsschule, gefolgt von längeren Praxisphasen im Betrieb. Typisch sind Blöcke von drei bis fünf Wochen, zwei bis dreimal pro Ausbildungsjahr. Bundesweit gibt es spezialisierte Berufsschulen mit Dachdecker-Fachklassen, darunter Standorte in Hamburg, München, Frankfurt und Köln. Da nicht jede Region eigene Fachklassen stellt, fahren viele Azubis quer durch Deutschland – Internate oder Wohnheime direkt an den Schulen sind deshalb Standard.

Die Lehrpläne basieren auf dem bundeseinheitlichen Rahmenlehrplan, den die Kultusministerkonferenz vorgibt. Dennoch gibt es regionale Schwerpunkte: In norddeutschen Bundesländern liegt der Fokus stärker auf Reet- und Biberschwanzdeckungen, bayerische Schulen vermitteln intensiver die traditionelle Natursteinverarbeitung. Wer also in einer Region ausgebildet wird, die nicht seinem späteren Arbeitsmarkt entspricht, sollte gezielt Zusatzwissen aufbauen.

Überbetriebliche Ausbildung: Praxis auf höchstem Niveau

Neben der Berufsschule absolvieren Dachdecker-Azubis verpflichtend überbetriebliche Ausbildungswochen in spezialisierten Ausbildungszentren der Innung. Diese sogenannten ÜBA-Kurse umfassen in der Regel 15 bis 20 Wochen über drei Ausbildungsjahre verteilt. Hier werden Fertigkeiten trainiert, die ein einzelner Betrieb oft nicht abdecken kann – Flachdachabdichtung, Solaranlagen-Montage, Bleiverarbeitung oder Dachbegrünung. Die Ausstattung dieser Zentren ist professionell: Übungsgebäude, Musterdächer und aktuelle Materialien ermöglichen realitätsnahes Arbeiten ohne Risiko auf echten Baustellen.

Ein besonders interessantes Ausbildungsmodell hat sich in Nordrhein-Westfalen etabliert. Die Ausbildungseinrichtung in Eslohe im Sauerland gilt als wegweisend, weil sie überbetriebliche Praxis und digitale Lernmethoden konsequent verknüpft – BIM-Grundlagen und digitale Aufmaßtechnik sind dort bereits fester Lehrinhalt. Solche Vorzeigestandorte zeigen, wohin sich die Branche entwickelt.

Für die Wahl des Ausbildungsbetriebs gilt: Frag gezielt nach, welches Ausbildungszentrum die Innung vor Ort nutzt und welche Kursschwerpunkte dort angeboten werden. Ein Betrieb in Bayern, der über das Berufsbildungszentrum des Bayerischen Dachdeckerhandwerks ausbildet, bietet andere Spezialisierungen als ein norddeutscher Betrieb. Konkrete Empfehlung: Besuche vor Vertragsunterzeichnung wenn möglich den ÜBA-Standort oder informiere dich beim zuständigen Innungsverband über das Kursprogramm.

  • Blockunterricht erfordert Mobilität und Selbstorganisation – Internatskosten werden oft vom Betrieb übernommen
  • Regionale Fachklassen ab ca. 15 Azubis pro Jahrgang – kleinere Regionen schicken ihre Azubis in Nachbarbundesländer
  • ÜBA-Zentralen der Innungen finanzieren sich über Umlagen der Mitgliedsbetriebe
  • Prüfungsrelevante Themen aus dem ÜBA-Unterricht fließen direkt in die Gesellenprüfung Teil 1 ein

Spezialisierungen im Dachdeckerhandwerk: Solartechnik, Abdichtung und Denkmalpflege als Karrierehebel

Wer nach der Gesellenprüfung auf der Stelle tritt, verschenkt bares Geld. Das Dachdeckerhandwerk bietet drei Spezialisierungsrichtungen, die den Stundenlohn um 30 bis 50 Prozent nach oben treiben können – vorausgesetzt, man wählt die richtige Nische zur richtigen Zeit. Die Nachfrage nach qualifizierten Spezialisten übersteigt das Angebot in allen drei Bereichen seit Jahren deutlich, was Fachkräfte in eine komfortable Verhandlungsposition bringt.

Solartechnik: Der Wachstumsmarkt mit direktem Anschluss ans Handwerk

Photovoltaik-Anlagen auf Dächern sind längst kein Nischenprodukt mehr. Allein 2023 wurden in Deutschland über 1,1 Millionen neue PV-Anlagen installiert – ein erheblicher Teil davon als dachintegrierte Systeme, bei denen die Dachhaut direkt ersetzt wird. Dachdecker mit Zusatzqualifikation Solartechnik übernehmen dabei nicht nur die Montage, sondern auch Planung, Unterkonstruktion und die Koordination mit Elektrofachbetrieben. Das Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) bietet zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) zertifizierte Weiterbildungen an, die in drei bis fünf Tagen absolvierbar sind. Wer sich frühzeitig mit den nötigen Grundlagen für eine solide Karriere im Dachdeckerhandwerk befasst, sollte Solartechnik von Anfang an als mögliche Spezialisierungsrichtung einplanen.

Praktisch bedeutet das: Ein Betrieb, der Komplettpakete aus Dach und PV anbietet, erzielt Margen zwischen 18 und 28 Prozent – deutlich mehr als im klassischen Dachdeckgeschäft. Als Spezialist bist du für solche Betriebe unverzichtbar und kannst entsprechend verhandeln.

Abdichtung und Denkmalpflege: Unterschätzte Nischen mit stabiler Auftragslage

Die Abdichtungstechnik – speziell für Flachdächer, Balkone, Tiefgaragen und erdberührende Bauteile – ist eine der wirtschaftlich stabilsten Nischen im gesamten Bauhandwerk. Fehler bei der Abdichtung führen zu Folgeschäden in sechsstelliger Höhe; Auftraggeber zahlen deshalb überdurchschnittliche Preise für nachgewiesene Fachkompetenz. Die Fachrichtung Abdichtungstechnik lässt sich über den ZVDH mit dem anerkannten Gütezeichen qualifizierter Fachbetriebe zertifizieren. Betriebe mit dieser Zertifizierung können Aufträge annehmen, für die nicht zertifizierte Konkurrenz schlicht nicht zugelassen wird.

Denkmalpflege klingt nach Nische, ist aber ein Segment mit konstantem Bedarf: Rund 1,3 Millionen Baudenkmäler stehen in Deutschland unter Schutz, viele davon mit historischen Dachflächen aus Schiefer, Biberschwanz oder Reet. Die Sanierung dieser Objekte erfordert handwerkliches Können, das in modernen Betrieben kaum noch vermittelt wird – was Spezialisten mit historischen Kenntnissen zu Gefragten macht. Wer sich fragt, warum junge Leute gerade jetzt ins Dachdeckerhandwerk einsteigen, dem liefert die Denkmalpflege eine klare Antwort: Sie kombiniert handwerkliche Einzigartigkeit mit dauerhafter Nachfrage.

  • Schieferdecker: Zertifizierungsmöglichkeit über die Deutsche Schiefer-Fachschule in Mayen
  • Reetdachspezialisten: Regional stark nachgefragt in Norddeutschland, Österreich und der Schweiz
  • Abdichtungstechniker: ZVDH-Zertifikat öffnet öffentliche Ausschreibungen
  • PV-Fachkraft: DGS/ZVDH-Zertifikat, kombinierbar mit Meisterausbildung

Wer strukturiert in eine dieser Richtungen investieren will, findet an spezialisierten Ausbildungsstätten wie der Berufsförderungswerk Dach in Eslohe praxisnahe Weiterbildungsprogramme, die direkt auf Zertifizierungsprüfungen vorbereiten. Die Investition in eine Zusatzqualifikation amortisiert sich bei konsequenter Spezialisierung in der Regel innerhalb von zwölf bis achtzehn Monaten.

Umschulung zum Dachdecker: Förderung durch Agentur für Arbeit, BAFA und Bildungsgutschein

Wer glaubt, eine Dachdecker-Umschulung müsse vollständig aus eigener Tasche bezahlt werden, lässt bares Geld auf dem Tisch liegen. Die Förderkulisse für handwerkliche Umschulungen ist 2024 so gut aufgestellt wie selten zuvor – vorausgesetzt, man kennt die richtigen Hebel und beantragt die Mittel in der richtigen Reihenfolge.

Der Bildungsgutschein: Das wichtigste Instrument der Agentur für Arbeit

Der Bildungsgutschein (BGS) nach §81 SGB III ist für die meisten Umschüler das zentrale Förderinstrument. Er kann die gesamten Lehrgangskosten einer anerkannten Umschulung übernehmen – bei einer vollqualifizierenden Dachdecker-Umschulung sprechen wir von Beträgen zwischen 15.000 und 30.000 Euro über die Gesamtlaufzeit. Entscheidend ist, dass der Bildungsträger eine AZAV-Zertifizierung besitzt und der Lehrgang explizit im Bildungsgutschein als förderungswürdig ausgewiesen ist. Wer alle relevanten Kostenblöcke einer Dachdecker-Ausbildung im zweiten Bildungsweg kennt, versteht schnell, warum diese Förderung so wertvoll ist.

Der Antrag läuft über den zuständigen Arbeitsvermittler oder Berufsberater der Agentur für Arbeit. Wer bereits arbeitslos gemeldet ist, hat statistisch bessere Karten – aber auch Beschäftigte können einen Gutschein beantragen, wenn eine drohende Arbeitslosigkeit oder ein Qualifikationsdefizit nachgewiesen wird. Wichtig: Den Bildungsvertrag niemals unterschreiben, bevor der Gutschein ausgestellt ist. Rückwirkende Förderungen gibt es nicht.

Ergänzende Fördermöglichkeiten: BAFA, Qualifizierungschancengesetz und mehr

Das Qualifizierungschancengesetz ermöglicht seit 2019 auch Beschäftigten in Kurzarbeit oder von Strukturwandel betroffenen Branchen Zugang zu geförderten Weiterbildungen. Arbeitgeber, die einen Quereinsteiger einstellen und parallel umschulen, können über dieses Instrument bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten erstattet bekommen – je nach Betriebsgröße und Branchenzugehörigkeit. Für Dachdecker-Betriebe mit akutem Fachkräftemangel ist das ein handfester Anreiz, Quereinsteiger gezielt aufzubauen.

Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) fördert im Rahmen des Programms „Unternehmensberatung für KMU" zwar keine Umschulung direkt, kann aber für Betriebe relevant sein, die ihre Ausbildungskapazitäten strategisch ausbauen wollen. Direkter greifen in vielen Bundesländern Landesförderprogramme wie das Aufstiegs-BAföG (AFBG), das Meisterschüler-Förderungen von bis zu 15.000 Euro Zuschuss ermöglicht – relevant für alle, die nach der Umschulung den Meistertitel anstreben.

  • Berufsbegleitende Umschulung: Hier übernehmen Arbeitgeber oft die Kosten im Tausch gegen eine Bindungsklausel von 2–3 Jahren
  • Transfergesellschaften: Bei betriebsbedingten Kündigungen zahlen sie häufig Umschulungskosten aus dem Transferbudget
  • ESF-Förderprogramme: In strukturschwachen Regionen finanzieren EU-Mittel zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen
  • Berufsgenossenschaft BG BAU: Fördert unter bestimmten Voraussetzungen Sicherheitsschulungen und Zusatzqualifikationen

Wer die Förderung optimal ausschöpft, kann eine Umschulung zum Dachdecker nahezu kostenneutral durchlaufen und danach in ein Berufsfeld einsteigen, das finanziell mehr hergibt als viele erwarten. Was Quereinsteiger nach der Umschulung im ersten und zweiten Berufsjahr als Dachdecker realistisch verdienen, hängt stark von Region, Betriebsgröße und erworbenen Zusatzqualifikationen ab. Die Förderanträge sollten stets vor Maßnahmenbeginn gestellt werden – dieser Grundsatz gilt ausnahmslos für alle genannten Programme.

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FAQ zum Thema Dachdecker-Ausbildung: Wichtige Fragen und Antworten

Wie lange dauert die Ausbildung zum Dachdecker?

Die duale Ausbildung zum Dachdecker dauert in der Regel drei Jahre.

Welche Schulabschlüsse werden für die Dachdecker-Ausbildung benötigt?

Ein Hauptschulabschluss ist die Mindestvoraussetzung, jedoch bringen viele Auszubildende einen Realschulabschluss mit.

Was sind die Hauptaufgaben eines Dachdeckers?

Dachdecker sind verantwortlich für die Eindeckung und Abdichtung von Dächern, die Installation von Solaranlagen sowie die Durchführung von Reparatur- und Wartungsarbeiten.

Gibt es spezielle Spezialisierungen im Dachdeckerhandwerk?

Ja, Dachdecker können sich auf Bereiche wie Solartechnik, Abdichtungstechnik und Denkmalpflege spezialisieren, um ihre Karrierechancen zu verbessern.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung für Dachdecker?

Die Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr liegt in der Regel zwischen 620 und 900 Euro brutto pro Monat, abhängig von Region und Betrieb.

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Zusammenfassung des Artikels

Dachdecker werden verstehen und nutzen. Umfassender Guide mit Experten-Tipps und Praxis-Wissen.

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Nützliche Tipps zum Thema:

  1. Informiere dich über die Ausbildungsinhalte: Nutze die Zeit vor der Ausbildung, um dir ein umfassendes Bild von den Themen wie Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik sowie modernen Materialien zu machen. Dies wird dir helfen, dich besser auf die praktische Ausbildung vorzubereiten.
  2. Prüfe deine körperliche Eignung: Achte darauf, ob du schwindelfrei und körperlich fit bist. Mach dir bewusst, dass du in Höhen arbeiten und körperlich belastende Tätigkeiten ausführen musst. Ein Gesundheitscheck kann hier hilfreich sein.
  3. Nutze Praktika zur Entscheidungsfindung: Ein Praktikum oder ein Schnuppertag in einem Dachdeckerbetrieb kann dir helfen, die Anforderungen und den Arbeitsalltag besser zu verstehen und herauszufinden, ob der Beruf zu dir passt.
  4. Erkunde Fördermöglichkeiten für die Ausbildung: Informiere dich über verschiedene Förderprogramme, wie den Bildungsgutschein oder das Qualifizierungschancengesetz, die dir helfen können, die Ausbildungskosten zu decken.
  5. Plane deine Karriere strategisch: Überlege dir bereits während der Ausbildung, welche Spezialisierungen für dich interessant sind, wie z.B. Solartechnik oder Abdichtungstechnik, um deine Karrierechancen zu maximieren und dich von anderen abzuheben.

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